100 Jahre Solidarität

Solidarität ist neben Nächstenliebe das wichtigste Leitwort für die Arbeit der Caritas. 

Not sehen und handeln – so die Kurzfassung des Auftrags der Caritas St. Pölten. Immer wieder haben sich in diesen 100 Jahren die Aufgabenfelder geändert. Caritas heißt auch, sich an die verändernden Herausforderungen einer Gesellschaft anzupassen und den Blick auf die Ränder der Gesellschaft und des Lebens nicht zu verlieren.

 

Papst Franziskus schreibt in Evangelii Gaudium: „Mir ist eine „verbeulte“ Kirche, die verletzt und beschmutzt ist, weil sie auf die Straßen hinausgegangen ist, lieber, als eine Kirche, die aufgrund ihrer Verschlossenheit und ihrer Bequemlichkeit, sich an die eigenen Sicherheiten zu klammern, krank ist.“

 

Solidarität – eine Haltung

Solidarität ist ein Begriff, der allgemein eine Haltung bezeichnet, die auf die Errichtung sozialer Gerechtigkeit in der Gesellschaft ausgerichtet ist. Diese Haltung entsteht aus der Einsicht in die Verbundenheit aller Menschen miteinander. Aus dieser Haltung heraus verbünden sich Menschen untereinander, die in der Gesellschaft diskriminiert und an den Rand gedrängt werden. Aus derselben Haltung stellen sich Menschen mit mehr Möglichkeiten bewusst an die Seite jener Menschen, die in ihren Lebensmöglichkeiten eingeschränkt werden und von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen sind.

Ziel ist dabei jeweils, gemeinsam die Situation der Betroffenen zu verbessern und die gesellschaftlichen Strukturen und Mechanismen zu verändern, um künftig Ungerechtigkeit und Unterdrückung, Ausgrenzung und Diskriminierung zu vermeiden und allen Menschen die Entfaltung ihrer Lebensmöglichkeiten und die Teilhabe an der Gesellschaft zu sichern. Solidarität fußt auf der Anerkennung der Würde und der Rechte jedes Menschen.

  

Solidarität - Einer für alle und alle für einen

Solidarität ist das Prinzip von „Einer für alle und alle für einen“, wobei „alle“ aus christlicher Sicht alle Menschen sind – niemand kann aus der menschlichen Solidarität ausgeschlossen werden. Ansatzpunkt für konkretes Handeln sind dabei immer die Menschen, die in einer konkreten Notlage und/oder einer Situation der Benachteiligung oder Hilfsbedürftigkeit sind.

 

Der Begriff Solidarität eignet sich daher, das allgemein zu benennen, wofür die Caritas als Organisation steht: für direkte Hilfe und Unterstützung bzw. Einsatz für Menschen in konkreten Notlagen sowie für die Veränderung der Gesellschaft in Richtung Inklusion und sozialer Gerechtigkeit. 

 

Caritas – Solidarisch. Seit 100 Jahren

Mit dem Motto des Jubiläumsjahres „Solidarisch. Seit 100 Jahren“ bekennt sich die Caritas St. Pölten zu dem Anspruch einer bedingungslosen Solidarität in einem umfassenden Sinn. Seit 100 Jahren handeln Menschen in der Diözese St. Pölten als organisierte Caritas in den Möglichkeiten der jeweiligen Zeitumstände solidarisch. Mit der Feier von 100 Jahren setzt die Caritas auch ein öffentlich merkbares Zeichen für die aktuelle Bedeutung von Solidarität. Verantwortungsbewusst, umsichtig und vor allem kreativ und fantasievoll und mit großer Freude leben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter solidarisches Engagement als Caritas und entwickeln es weiter.