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Jeder 7. Mensch in Österreich ist von Armut  betroffen
Gemeinsam können wir Familien in Not in Österreich helfen. Wir > Ich

„Dann hat es jeden Tag nur mehr Erdäpfel gegeben.“ Frau D., alleinerziehende Mutter von zwei Mädchen, erinnert sich an schwierige Zeiten. Nach der Trennung von ihrem prügelnden Mann, versuchte die Mutter ihre Familie als Putzfrau, Ordinationshilfe und Kellnerin zu ernähren. Zu dritt lebte die Familie in einer winzigen Wohnung. Die Fenster waren undicht, Frau D. und ihre Töchter schliefen gemeinsam auf dem durchgesessenen Sofa. „Bei den Rechnungen, der Miete und dem Geld für Lebensmittel musste ich mir meist etwas einfallen lassen“, erzählt die 24-Jährige. „Es ging immer darum, was ich in diesem Monat zahlen muss und was ich schuldig bleiben kann. Wenn ich die Strom- und Gasrechnung später bezahlt habe, hatten wir wenigstens zu essen.“

Jede/r 7. ÖsterreicherIn von Armut betroffen

Armut ist oft erst auf den zweiten Blick sichtbar. Meist spielen sich Existenzsorgen und Nöte hinter verschlossenen Türen ab. Frau D. gehört zu jenen 1,2 Millionen Österreicherinnen und Österreichern, die armutsgefährdet sind. 410.000 von ihnen gelten sogar als manifest arm. Diese Menschen können sich kein nahrhaftes Essen, keine neue Kleidung oder keine warme Wohnung leisten. Männer, Frauen und erschreckend oft auch Kinder, für die ein leerer Kühlschrank häufig Realität ist. Neben Kindern und Jugendlichen aus Ein-Eltern-Haushalten sind vor allem Familien mit drei und mehr Kindern und Menschen mit Migrationshintergrund betroffen. Wer von Anfang an mit der harten Realität materieller Not konfrontiert ist, startet einen Meter hinter der Startlinie ins Leben.

Kein Geld für Heizen und Wohnen
Eine Trennung, der Tod des Partners, die nächste Kündigungswelle – das Leben kann rasch aus der Bahn geraten. Zunehmend mehr Menschen haben das Gefühl, von Wohlstand und Reichtum ausgeschlossen zu sein. Vielmehr haben sie das Gefühl, dass es immer enger wird, und dass sie dem Druck des Alltags nicht mehr standhalten können. ArbeiterInnen und Angestellte, PensionistInnen und AlleinerzieherInnen. Menschen, die schon lange einen Job suchen und keinen finden.
Immer mehr Menschen stehen am Monatsende vor der Frage, ob sie das restliche Geld für Essen oder Heizen ausgeben sollen. Für beides reichen die Mittel nicht aus. Seit Jahren steigen die Wohnkosten, während die Reallöhne im Niedriglohnbereich sogar sinken. Familien müssen oft mehr als die Hälfte ihres Einkommens für Wohnen und Heizen ausgeben.
Laut offiziellen Daten der Statistik Austria waren es im Jahr 2016 rund 229.000 Menschen in ganz Österreich, die nicht in der Lage waren, ihre Wohnung in angemessener Weise warmzuhalten. Auch hier sind es häufig Alleinerziehende, MindestpensionistInnen oder Familien mit mehreren Kindern, die in den eigenen vier Wänden frieren müssen.

Leben mit 8,50 Euro am Tag
Armut zeigt sich in ganz Österreich. Ein Drittel der Menschen, die sich an die Caritas Sozialberatungsstellen wenden, hat nach Abzug der Fixkosten rund 8,50 Euro täglich pro Person zur Verfügung. Dieser Betrag muss für Essen, Kleidung oder auch für Babynahrung und Windeln reichen. Die  Menschen kommen nicht mehr, um vielleicht wie früher Unterstützung für den Schulschikurs der Kinder zu erhalten. Heute geht es um Existenzielleres. Sie suchen etwa Hilfe, weil sie ihre Mieten oder Energierechnungen nicht mehr begleichen können. Insgesamt sind es mehr als 58.500 Menschen pro Jahr, die in den Sozialberatungsstellen der Caritas Unterstützung bekommen.
Frau D. hat in einem der 10 Mutter-Kind-Häuser mit 235 Wohnplätzen ein schützendes Dach über dem Kopf gefunden. Hier erhält sie Betreuung, Beratung und finanzielle Unterstützung. „Ich bekomme Lebensmittel und Kleidung für meine Kinder. Jetzt kann ich meinen Kleinen warme Jacken und feste Schuhe anziehen, wenn ich mit ihnen zum Spielen hinausgehe.“

Gemeinsam können wir Menschen in Not in Österreich helfen
Wir dürfen uns nicht damit abfinden, dass Menschen in unserem direkten Umfeld kein Auskommen finden. Wir dürfen gerade in der Vorweihnachtszeit auf die Schwächsten in unserer Gesellschaft nicht vergessen. In Sozialberatungsstellen in ganz Österreich stehen Caritas Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Menschen in Notsituationen mit Rat und Tat zur Seite. Beschäftigungsprojekte bieten Arbeitsplätze für langzeitarbeitslose Menschen. Jugendliche erhalten Unterstützung bei der Berufsfindung und Arbeitstrainings. Mobile Familienhilfe, Mutter-Kind-Häuser, sozialpädagogische Zentren, Kindergärten, Tagesbetreuung und logopädische Dienste helfen armutsbetroffenen Müttern und Familien. Obdachloseneinrichtungen bieten Menschen am Rande der Gesellschaft Zuflucht und neue Hoffnung. Machen wir Weihnachten für diese Menschen ein wenig wärmer, lassen wir sie mit ihren Sorgen nicht alleine!

  • In 36 Sozialberatungsstellen in ganz Österreich wurden 58.520 Menschen betreut
  • 101 Beschäftigungsprojekte bieten insgesamt 1.147 Arbeitsplätze für langzeitarbeitslose Menschen
  • 59 Familienberatungsstellen in ganz Österreich
  • 34 Wohnungsloseneinrichtungen mit 1.352 Schlaf/Wohnplätzen
  • 19 Einrichtungen für ambulante Beratung, Ausspeisung und medizinische Betreuung
  • 10 Mutter-Kind-Häuser mit 235 Wohnplätzen

Online spenden

 

Lebensmittelsammlungen in den Pfarren:
Als Pfarre können Sie die Pfarrmitglieder um Lebensmittel- und Hygieneartikelspenden bitten, die in den Sozialmärkten dankbare Empfängerinnen und Empfänger finden.
Die Öffnungszeiten der SOMAs finden Sie hier:
http://www.somanoe.at/content/soma-standorte

Öffnungszeiten der Tafeln finden Sie hier:
http://www.roteskreuz.at/noe/pflege-betreuung/unterstuetzung-in-sozialen-notlagen/team-oesterreich-tafel/

Wir ist größer als Ich

Gemeinsam können wir helfen.

Wir beziehen Stellung und sagen, dass wir die aktuellen Herausforderungen meistern können. Gemeinsam.

Was Ihre Spende bewirkt

  • 20 Euro schenken einer armutsbetroffenen Jungfamilie die Erstausstattung für ihr Baby.
  • 30 Euro helfen Menschen in Notsituationen mit Heizkostenzuschüssen, Energieberatung oder der Reparatur von defekten Heizungen.
  • 33 Euro schenken einer Mutter und ihren Kindern in Not eine Nacht im Mutter-Kind Haus.
  • 50 Euro kostet ein Schlafsack, der obdachlose Menschen in kalten Nächten auf der Straße wärmt.

Informationen zur bedarfsorientierten Mindestsicherung

In den letzten Monaten war die bedarfsorientierte Mindestsicherung (BMS) immer wieder Thema in Politik und Medien. Hier einige Daten und Fakten zur Mindestsicherung.

Wie viele Menschen bekommen BMS?
2016 lebten 307.533 Menschen in Österreich von der BMS (davon 30.556 Personen in Niederösterreich.)

Wer kann in NÖ BMS erhalten?
Personen, die hilfsbedürftig sind, ihren dauernden Aufenthalt in Niederösterreich haben, und die ihr Vermögen bis auf 4.222,30 EUR aufgebraucht haben. AsylwerberInnen erhalten keine BMS, nur Menschen, die auch arbeiten dürfen, können BMS beantragen.

Wie hoch ist die BMS?
Einzelpersonen können bis zu 844,46 EUR 12 mal pro Jahr erhalten, Paare bis zu 1.266,70; für jedes Kind gibt es zusätzlich 194,23 EUR pro Monat. Die meisten Menschen erhalten die BMS auch nur als Zuzahlung, zB weil das Haushaltseinkommen durch Beschäftigung zu gering ist. (In Wien erhielten 2014 nur 30% der BezieherInnen die volle BMS.)

Wie lange bekommt man die BMS?
Die BMS ist eine Überbrückungshilfe und wird zunächst für 6 Monate gewährt, bei weiteren Gewährungen immer für max. 12 Monate. Österreichweit waren im Jahr 2014 nur 36% der BezieherInnen weniger als 7 Monate lang auf BMS angewiesen.

Wie hoch sind die Ausgaben für die BMS?
2015 machten die Ausgaben für die BMS 0,8% der gesamten Sozialausgaben aus, gemessen am Gesamtbudget nur 0,4%.

Dafür brauchen wir Ihre Hilfe

Überbrückung von Engpässen

Zwei Kinder sitzen an einem Tisch, eines der beiden Kinder hat einen Stift in der Hand und sein Kopf liegt auf seiner Hand, sein Blick ist traurig zu Boden gerichtet. Beide tragen eine Mütze.

Armut ist in reichen Ländern wie Österreich oft erst auf den zweiten Blick erkennbar. Als arm gelten nicht nur die Menschen, die auf der Straße schlafen, sondern auch jene, die unerwartete – aber notwendige – Ausgaben nicht tätigen, die Wohnung im Winter nicht angemessen warm halten oder abgetragene
Kleidung nicht ersetzten können. Wer einen schlecht bezahlten, unsicheren Job hat, alleinerziehend oder zugewandert ist, ist besonders armutsgefährdet. Armut bedeutet oft auch Ausgrenzung, Einsamkeit oder Isolation. Finanzielle Engpässe entstehen oft durch den Verlust der Arbeit oder familiäre Schicksalsschläge wie Todesfälle innerhalb der Familie. Ein offenes Ohr, Mitgefühl und wenn es notwendig ist, die finanzielle Hilfe, sind die Eckpfeiler der Hilfe der Caritas. Die Sozialberaterinnen der Caritas helfen Betroffenen durch fachkundige Beratung, vermitteln weitere Fachstellen und unterstützen mit finanziellen Überbrückungshilfen. Das hilft vielen Familien enorm weiter, um wieder Halt im Leben zu finden.
mehr Informationen zur Sozialberatung

Begleitung bei persönlichen Krisen

Eine Männerhand hält die Hand eines Kindes.

Der Caritas-Beratungsdienst „Rat & Hilfe” bietet kostenlose Beratungen für Familien, Paare und Einzelpersonen in unterschiedlichen Lebenslagen. Die MitarbeiterInnen von „Rat & Hilfe” unterstützen Menschen bei Fragen und Problemen im persönlichen Bereich und in zwischenmenschlichen Beziehungen. Durch die Hilfe werden Sichtweisen geöffnet und die Menschen ermutigt Lebensumstände gegebenfalls zu verändern. Häufige Anlässe für Beratungen sind Beziehungsprobleme und Krisen in Partnerschaft und Ehe, Konflikte im familiären Zusammenleben oder Erziehungsprobleme. Zusätzlich werden auch Familienberatungen bei Gericht, Besuchsbegleitungen oder etwa Männerberatungen und Psychotherapie angeboten. Die Beratung hilft Menschen, Konflikte besser zu be- und verarbeiten.
weitere Informationen zu Rat & Hilfe

Hilfe für Mütter und Kinder

Das Mutter-Kind-Haus ist ein vorübergehendes Zuhause wenn schwangere Frauen und Mütter mit Kleinkindern keinen Platz oder keine Unterkunft für sich und das Kind haben, finanziell nicht abgesichert sind, mit ihren Partnern oder mit der eigenen Familie große Konflikte haben. Das Mutter-Kind-Haus ermöglicht einen guten Start ins Leben junger Mütter und ihrer Kinder. Für die Betreuung steht ein professionelles Team rund um die Uhr zur Verfügung. Weitere Informationen

Unterstützung für Familien

Zwei Frauen sitzen zusammen mit einem kleinem Jungen in einer Küche und machen ein Puzzle. Alle drei schauen in die Kamera.

Familien, die längerfristig Begleitung im Alltag brauchen, werden von der “Familienhilfe PLus” betreut. Die Familienhilfe PLus bietet praktische Lebensunterstützung und hilft bei der Bewältigung schwieriger Lebenssituationen mit sehr alltags- und praxisnaher Anleitung, z. B. bei der Kinderpflege, Erziehung, der Haushaltsführung oder dem Erstellen einer Tagesstruktur. Weitere Informationen