Caritas St. Pölten Menschenkette vor NÖ Landhaus

Caritas St. Pölten Menschenkette vor NÖ Landhaus

Der Lockdown ist zu Ende, die Not nicht! Caritas Haussammlung in NÖ als großes Zeichen der Solidarität im Juni

02.06.21 / 11:42

Gerade in herausfordernden Zeiten wie wir sie gerade erleben, ist die konkrete Hilfe vor Ort wichtig. Jobverlust oder Kurzarbeit bringen immer mehr Menschen unter Druck. Betroffen sind nicht nur jene, die schon vor der Krise wenig zum Leben hatten. Die Folgen der Coronakrise können jeden treffen – in Österreich, in Niederösterreich, im eigenen Ort. 

 

Armutsbetroffene, kranke oder einsame Menschen trifft die aktuelle Gesundheits- und Wirtschaftskrise allerdings besonders hart. Die Geschichte von Lisa S., einer Mutter aus dem Waldviertel, ist stellvertretend für viele, die gerade nicht mehr wissen wie es weitergehen soll: „Nach der Trennung habe ich als alleinerziehende Mutter versucht für mich und meine beiden Söhne eine leistbare Wohnung im Waldviertel zu finden. Es war zwei Wochen vor Schulbeginn und ich wusste nicht, wo ich mit meinen Kindern unterkommen kann, wie ich Geld für Miete, Kaution und einfache Möbel aufbringen soll. Die Caritas hat mir geholfen, Schritt für Schritt aus dieser Situation herauszukommen!“, schreibt Lisa S. im Brief, der heuer als Brief mit Erlagschein an alle Haushalte der Diözese St. Pölten geschickt wird.

 

„Als Caritas helfen wir mit der Haussammlung Menschen wie Lisa S. in Notlagen. Das tun wir in der Sozialberatung, der Familienhilfe, den Sozialmärkten, im Mobilen Hospiz oder im Mutter-Kind-Haus. Die Spenden der Haussammlung sind ein wichtiger Beitrag, um Menschen in Not in Niederösterreich schnell und direkt helfen zu können. Mit Ihrer Spende, können wir gemeinsam jenen helfen, die derzeit unsere Unterstützung dringend brauchen“, betont Caritasdirektor Hannes Ziselsberger.

 

Der offizielle Start zur Caritas Haussammlung erfolgte heute in St. Pölten im Beisein von Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz, Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, dem Caritas-Direktor der Diözese St. Pölten, Hannes Ziselsberger sowie Klaus Schwertner, dem geschäftsführenden Caritas-Direktor der Erzdiözese Wien. Außerdem dabei waren stellvertretend für die rund 4.000 Haussammler*innen drei Sammler*innen aus den Regionen.

 

Die Caritas Haussammlung steht unter dem Motto: „Die Not wohnt bei dir im Ort – die Hilfe auch“. Caritasdirektor Ziselsberger: „Jeder Euro der Caritas Haussammlung kommt Menschen in Not in Niederösterreich zu Gute. Frauen, Männer und Kinder, die jetzt durch die Krise von Armut betroffen sind. Armut, die oft unsichtbar ist. Menschen, die vielleicht in derselben Straße oder im selben Ort wohnen.“

 

Diözesanbischof Alois Schwarz ergänzt: „Aus unzähligen Begegnungen weiß ich um die Großherzigkeit der Menschen in diesem Land. Die Haussammlung steht für die stille Hilfe und die große Mitmenschlichkeit, die uns Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher auszeichnet. Die Not motiviert zum Helfen, das Herz motiviert zum Geben.“

„Wir haben in den letzten 15 Monaten nicht nur eine Gesundheitskrise, sondern auch eine Wirtschaftskrise, eine soziale, eine psychosoziale und eine Bildungskrise erlebt“, weiß Klaus Schwertner, geschäftsführender Caritas-Direktor der Erzdiözese Wien. „Der Druck auf viele Menschen im ganzen Land ist enorm gestiegen, viele Menschen haben sich erstmals hilfesuchend an die Caritas gewandt. Eines dürfen wir nicht vergessen: Der Lockdown ist zu Ende, die Not nicht. Die Haussammlung ist daher gerade jetzt ein starkes Zeichen des Miteinanders und Zusammenhalts in Niederösterreich.“

 

„Für uns in Niederösterreich ist die Caritas seit vielen Jahren ein wesentlicher Partner, diese Zusammenarbeit hat sich auch wieder besonders in der aktuellen Krise bewährt. Dafür möchte ich vorweg herzlich danke sagen. Danke seitens des Landes Niederösterreich für die jahrelange, fruchtbare Partnerschaft. Aber auch danke seitens der zahlreichen, fürsorglich betreuten Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher, die sich tagtäglich auf die Caritas verlassen können. Der Start der Haussammlung ist ein wertvolles Zeichen des Zusammenhalts und der Solidarität. Es ist jedes Jahr beeindruckend zu sehen, wie viele Ehrenamtliche sich einbringen und die Sammlung hoffentlich zu einem Erfolg verhelfen. Ich danke Ihnen für Ihren Einsatz, um den in Not geratenen Menschen zu helfen“, betont Niederösterreichs Sozial-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister.

 

Haussammlung in den Pfarren und im Kuvert

Die rund 4.500 Haussammlerinnen und Haussammler werden mit begleitenden Maßnahmen und Materialien bestmöglich unterstützt, um die Haussammlung - unter den geltenden Schutzmaßnahmen - durchführen zu können. Zusätzlich kommt die Haussammlung mit der Post, in der Kirchenzeitung Kirche bunt und der NÖN zu den Spenderinnen und Spendern. 

Denn eines ist klar: Sollte die Sammlung nicht stattfinden können oder deutlich weniger Sammlerinnen und Sammler unterwegs sein, würden uns wichtige Spenden fehlen, um Menschen in Not helfen zu können. 

 

Caritasdirektor Hannes Ziselsberger: „Coronabedingt gab es 2020 Jahr keine Sammlung von Haus zu Haus. Mittels Erlagscheinen und dem Engagement vieler Pfarren konnten wir dennoch niederösterreichweit mehr als 580.000 Spendeneuro für Menschen in Not in Niederösterreich sammeln. Ich danke allen Haussammlerinnen und Haussammler, die trotz Abstandsregel und FFP2-Maske Spenden und ich danke all jenen, die ihre Türe, ihr Herz und ihre Brieftasche öffnen, um Menschen in Not in Niederösterreich zu helfen.“

 

Elisabeth Malina, Haussammlerin in der Pfarre Niedernondorf im Waldviertel betont: „Die Hausssammlung ist für mich ein gelebtes Zeichen der Nächstenliebe und Solidarität. Mit den Spenden wird es möglich, den Menschen direkt bei uns vor Ort zu helfen.“

Und Anton Hiesleitner, Haussammler in der Pfarre Euratsfeld im Mostviertel ergänzt: „Beim Haussammeln kommt man zu den Menschen nach Hause. Bei den Begegnungen sieht man, wenn es Menschen schlecht geht. Es sind aber nicht nur finanzielle Nöte, die man wahrnimmt, sondern viel öfter seelische Probleme. Deshalb ist die Caritas-Haussammlung für mich so wichtig. Denn sonst würde es auch diese Begegnungen nicht mehr geben.“

 

Spendenmöglichkeiten zur Haussammlung:

Caritas Spendenkonto: IBAN: AT23 2011 1000 0123 4560; Kennwort: Haussammlung

Online-Spenden unter www.caritas-haussammlung.at

SMS-Spenden: SMS mit Betrag und Kennwort HS NÖ zB „20 HS NÖ“ an 0664 660 3333

 

Zahlen & Fakten zur Caritas Haussammlung

 

  • Die Caritas Haussammlung ist die größte Caritas-Spendensammlung in Niederösterreich und hat im 2019 rund 1 Million Euro erbracht, 2020 coronabedingt rund 580.000 Euro. Davon verwenden die Pfarren pro Jahr rund 100.000 Euro für eigene Soforthilfeprojekte in der Diözese.
  • Üblicherweise gehen rund 4.500 freiwillige Haussammler/innen in 900 Pfarren von Tür zu Tür und sammeln Spenden für Menschen in Not in Niederösterreich. Die Hilfe fließt direkt an Menschen in Not in Niederösterreich. Rund 15.000 Menschen können durch die Haussammlung in unseren Projekten profitieren. 
  • Da lange Zeit unklar war, welche gesetzlichen Maßnahmen im Juni gelten werden und ob eine Sammlung von Tür zu Tür überhaupt möglich ist, wird die Haussammlung mit Werbemaßnahmen wie etwa Inseraten, Radiospots, einer Beilage in der Kirche bunt, sowie einer Postaussendung an alle Haushalte der Diözese St. Pölten unterstützt.
  • Täglich klopfen mehr Menschen bei der Caritas an und bitten um Hilfe und Unterstützung. Die Corona-Krise zeigt deutlich: Die Not kann jeden treffen – plötzlich, unverschuldet und mit voller Wucht. Gemeinsam können wir die Menschen in unserer Umgebung unterstützen.
  • Wir merken in unseren Sozialberatungsstellen, dass in diesem vergangenen Jahr so viele Menschen wie selten zuvor auf die Hilfe der Caritas angewiesen sind und Hilfe benötigen: Menschen, die zum ersten Mal in unsere Sozialberatungsstellen kommen, die aufgrund der Krise ihren Job verloren haben und deshalb ihre Miete oder Stromkosten nicht mehr bezahlen können. In der Sozialberatung in NÖ gab es mehr als 22.000 Kontakte mit Menschen die Hilfe suchten. 
  • Die Spenden für die Haussammlung finanzieren wichtige Projekte wie etwa die Sozialberatung und Nothilfe, die Versorgung mit Lebensmitteln in den Sozialmärkten, die Beratung Angehöriger von Demenzerkrankten oder Lernbegleitung in den Lerncafes, den mobilen Hospizdienst oder auch das Projekt „Kinder psychisch kranker Eltern“.
  • 2.415 Personen konnten 2020 in den Sozialmärkten in Niederösterreich West einkaufen, Die Le+O Ausgabestellen im Osten Niederösterreichs versorgten rund 3.500 Haushalte.
  • Rund 3.800 Menschen haben sich 2020 in der Caritas in Niederösterreich – abseits der Haussammlung - freiwillig engagiert.
  • Mehr als 15.000 Einsatzstunden wurden in der Familienhilfe PLus in Niederösterreich 2020 geleistet.
  • Die 900 Pfarren in Niederösterreich sind eingeladen, die Caritas Haussammlung heuer zwischen 1. Juni und 15. Juli 2021 wieder zu unterstützt.