mehrere Personen auf einem Feld im Senegal

Hunger in Zahlen

Die gute Nachricht lautet: weltweit ist die Zahl der Hungernden trotz Bevölkerungswachstums leicht zurückgegangen. Der relative Anteil der Unterernährten an der Weltbevölkerung hat sich in den letzten 25 Jahren nahezu halbiert und beträgt jetzt 12,9 Prozent – statt 23,3 Prozent wie noch vor einem Vierteljahrhundert. Fortschritte gab es vor allem in Südamerika und einigen Teilen Asiens.

Die weniger gute Nachricht ist, dass in Afrika mehr Menschen denn je die Folgen von Hunger und Unterernährung spüren - in Afrika hungert immer noch jeder Fünfte. Die Welthungerkarte der FAO macht deutlich, in welchen Ländern der Hunger am größten ist. In den dunkelrot eingefärbten Ländern liegt der Anteil der unterernährten Menschen an der Gesamtbevölkerung bei mehr als 35 Prozent. Das heißt, mehr als jeder dritte Mensch hat in diesem Land nicht genug zu essen. Und doch gibt es auch in Afrika berechtigten Grund zur Hoffnung. Seit Jahren sinkt die Kindersterblichkeit. Fast überall steigt das Pro-Kopf-Einkommen. Gleichzeitig ist das Bildungsniveau (keine Garantie, aber eine Voraussetzung für das Andauern des Aufwärtstrends) in Subsahara-Afrika in den vergangenen Jahren stark angestiegen.

Und einmal mehr trägt die grafische Darstellung bei, den Gesamteindruck zu verfälschen. Denn – auch wenn die Welthungerkarte anderes vermuten lässt - die meisten Menschen, die an Hunger leiden, leben nicht in Afrika sondern in Asien, nämlich 512 Millionen Menschen (laut FAO). In Afrika sind es 233 Millionen. Die Hälfte der 195 Millionen Kinder unter fünf Jahren, die akut unterernährt sind, lebt in vier Staaten, drei davon befinden sich in Asien: Indien, China, Pakistan und Nigeria. Nichtsdestotrotz leben, auch wenn die Zahl nicht mehr ganz so groß ist wie vor 25 Jahren, weltweit knapp 800 Millionen Menschen in der Situation chronischer Unterernährung, also jeder neunte Mensch.

Gleichzeitig, so zeigt eine Karte der Weltgesundheitsorganisation WHO, gibt es auf der Welt zahlreiche Menschen, die an Fettleibigkeit leiden. Der Schluss ist naheliegend, dass es wohl eher um die Frage der Verteilung geht, als um insgesamt fehlende Nahrungsmittel.

Alle zehn Sekunden stirbt ein Kind an den Folgen von Hunger und Unterernährung.
Etwa 45 Prozent aller Sterbefälle von Kindern unter fünf Jahren sind auf Unterernährung zurückzuführen.

Definitionen

Hunger / Unterernährung

Unterernährung liegt vor, wenn die Kalorienzufuhr nicht ausreicht, um eine minimale Energieversorgung des Körpers sicherzustellen. Diese hängt von verschiedenen Kriterien wie Alter, Geschlecht, Körpergröße, körperlichem Einsatz und Klima ab. Ein Mensch benötigt durchschnittlich 1.800 Kilokalorien pro Tag. Wird dieser Wert unterschritten, dann reicht die Nahrungszufuhr nicht aus, um das Körpergewicht zu halten und leichte Arbeit zu verrichten.

Mangelernährung

Mangelernährung bedeutet, dass die Zusammensetzung der Nahrung unzureichend ist, also Vitamine, Mineralstoffe, Proteine und Energieträger fehlen. Mangelernährung kann zu schweren gesundheitlichen Schäden führen.

Untergewicht

Untergewichtig gilt, wer einen Body-Mass-Index von unter 18,5 hat. Dieser wird unter Berücksichtigung von Alter und Geschlecht aus dem Verhältnis des Gewichts zum Quadrat der Körpergröße errechnet.

Hungersnot

Die UNO definiert eine Hungersnot wie folgt:

  • mindestens 20 Prozent der Bevölkerung haben Zugang zu weniger als 2100 Kilokalorien pro Tag
  • mindestens 30 Prozent der Kinder sind akut unterernährt (Wasting)
  • mindestens zwei von 10.000 Menschen (oder vier von 10.000 Kindern) sterben täglich an Nahrungsmangel
Ernährungssicherheit

Ernährungssicherheit ist laut FAO dann gegeben, wenn alle Menschen jederzeit, physischen, sozialen und wirtschaftlichen Zugang zu ausreichenden, sicheren und nahrhaften Nahrungsmitteln haben, um ihre Grundbedürfnisse und Präferenzen für ein aktives und gesundes Leben zu befriedigen.

Recht auf Nahrung

Das Recht auf Nahrung, zutreffender Recht auf angemessene Ernährung genannt, ist als Menschenrecht völkerrechtlich verankert und gilt für alle Menschen uneingeschränkt.
(Internationaler Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte 1966/1976, einstimmig beschlossen von den Vereinten Nationen).