Wenn Vergesslichkeit zum Problem wird

11.10.19 / 11:53

Beim 1. Tag der pflegenden Angehörigen im Stift Göttweig herrschte großes Interesse und gesellige Stimmung unter den Teilnehmern. Hier bei der Begrüßung und Eröffnung die Vertreterinnen der Selbsthilfegruppe und der Caritas (v. l.): Angela Lehner, Ingrid Walzer, Elisabeth Haller, Lea Hofer-Wecer, Leiterin Caritas Kompetenzstelle Demenz, Claudia Rathmanner und Pfarrcaritasreferentin Christa Herzberger. Foto: Caritas / Karl Lahmer 

 

„Mehr als 80 Prozent der pflegebedürftigen Menschen werden zu Hause von Angehörigen betreut“, sagt Lea Hofer-Wecer, die Leiterin der Kompetenzstelle Demenz in der Caritas der Diözese St. Pölten. Besonders gefordert sind die Angehörigen bei Demenzerkrankungen. Hilfe und Entlastung bieten die regelmäßigen Angehörigen-Stammtische, zum Beispiel am Mittwoch 13. November um 19 Uhr in Furth bei Göttweig im Pfarrsaal.

„Wir ermöglichen An- und Zugehörigen von Menschen mit Demenz sich kostenlos auszutauschen, Kraft zu tanken und Fragen zu stellen“, bemerkt Lea Hofer-Wecer.

Im Rahmen des 1. Österreichischen Tages für pflegende Angehörige fand im Stift Göttweig auch eine „Zeitreise“ statt. Der Nachmittag für Betroffene und Angehörige war eine Kooperationsveranstaltung zwischen PfarrCaritas, der Selbsthilfegruppe „Vergiss mein nicht“ und der Caritas Kompetenzstelle Demenz. Die „Zeitreise“ war ein Aktivprogramm, wo Geselligkeit und Lebensfreude im Mittelpunkt standen und Abwechslung in den Alltag brachte. „Angehörige und Betroffene haben mit Begeisterung gemeinsam gesungen, einfache Gedächtnisspiele gemacht und Geschichten von früher erzählt“, berichtet Christa Herzberger, die für das Dekanat Göttweig zuständige Pfarrcaritas Referentin.

Die Zahl der Alzheimer- und Demenzkranken steigt in Österreich. Rund 100.000 Menschen sind derzeit an Demenz erkrankt. Der größte Teil der Menschen mit demenziellen Beeinträchtigungen wird zu Hause von den Angehörigen betreut. Daher hat die Caritas St. Pölten bereits vor 13 Jahren die Kompetenzstelle Demenz eingerichtet und bisher mehr als 900.000 Euro Spendengelder für diese Arbeit eingesetzt, in erster Linie für Beratung, Begleitung und Betreuung Angehöriger und Betroffener. Seit Anbeginn leitet Lea Hofer-Wecer die Caritas Kompetenzstelle Demenz.

Im Vorjahr haben die Mitarbeiterinnen der Kompetenzstelle bei 250 Betroffenen und Angehörigen Erstbesuche absolviert, 34 Vorträge gehalten, vor allem zum Thema „Alt, vergesslich, verwirrt, dement – was nun?“, zahlreiche Gottesdienste unter dem Motto „Das Herz wird nicht dement“ gestaltet, Filmabende und Gedächtnistrainings organisiert und an vielen Gesundheitstagen und Angehörigenstammtischen in der Diözese St. Pölten teilgenommen.