Pflegekonzept

Caritas Pflegeheim Haus St. Elisabeth

Caritas Pflegeheim Haus St. Elisabeth

Pflegemodell

Pflegemodelle sind Denkkonzepte, wie man sich die Gesamtheit der Pflege vorstellt. Ein Pflegemodell ist die Beschreibung der Pflegewirklichkeit, bzw. die Vorstellung, wie Pflege gut überlegt, geplant durchgeführt werden soll. Von Modell spricht man nur, wenn die Theorie eines Modells, die Praxis der Pflege und die Pflegedokumentation übereinstimmen.
Der Vorteil eines Modells besteht darin, dass es klare Richtlinien gibt und dadurch alle am selben Strang ziehen. Das heißt, jeder Mitarbeiter orientiert sich an den Zielen der Einrichtung.

 

Pflegekonzepte im Haus St. Elisabeth

Die Pflegephilosophie des Haus St. Elisabeth stützt sich auf mehrere Pflegekonzepte. Wobei zwei Konzepte die Säulen in unserem Pflegeverständnis darstellen:
Das Psychobiographische Pflegemodell nach Prof. Erwin Böhm und
die Basale Stimulation nach Prof. Fröhlich und Prof. Ch. Bienstein


Das besondere Merkmal des Psychobiographische Pflegemodells ist, neben der körperlichen Pflege auch speziell auf den psychobiographischen Zustand jedes Bewohners einzugehen. Im Mittelpunkt der Dementenbetreuung steht daher nicht mehr die Frage, wie man den psychisch auffälligen alten Menschen am besten an die Institution und deren Regeln anpassen kann.

Gefördert wird vielmehr ein umgekehrtes therapeutisches Denken. Der dementiell Erkrankte wird nicht mehr mit Gewalt in unsere zum Teil willkürliche Realität hinein gezerrt, sondern in seiner für ihn "richtigen" Welt belassen und empathisch dorthin begleitet.

Leitgedanke dabei ist, dem Heimbewohner trotz seiner Defizite sein Leben in seiner Individualität mit Unterstützung des Pflegepersonals leben zu lassen. Wir versuchen soweit es uns möglich ist auf seine Bedürfnisse einzugehen, die ihm aus seiner Lebensgeschichte wichtig sind und ihn geprägt haben.

Das Vertraute und das Geprägte wollen wir den alten Menschen möglichst in jeder Lebenslage anbieten, sei es bei der Körperpflege, durch eigene Möbel und Kleidung bis hin zum Tagesrythmus. Aus diesen Impulsen soll der alte Mensch Sicherheit und ein "Daheim - Gefühl" in der Einrichtung bekommen.
Unser Konzept sieht den Menschen als Ergebnis der lebenslangen Entwicklung vom Kind über den Erwachsenen bis hin zum alten Menschen. Diese Entwicklung hat sein Leben und damit sein Verhalten, seine Gewohnheiten, seine Wünsche und Ängste geformt. Mit zunehmendem geistigen Abbau fällt der Mensch schrittweise in die Erlebniswelt des Erwachsenen, des Jugendlichen, des Kindes oder gar des Säuglings zurück.

Die Ziele der Pflege sind daher für jeden alten Menschen genau zu erarbeiten und die entsprechenden Pflegehandlungen zu setzen. Solche Ziele können sein, die Selbständigkeit zu erhalten sowie zu verbessern und ihm im Heim ein neues zu Hause zu ermöglichen, oder auch die Selbständigkeit verbessern und ihn im Rahmen der Übergangspflege wieder nach Haus zurückzubringen.

Weiters pflegen wir in unserem Haus durch basale Stimulation, auch kombiniert mit Aromapflege. Hinter dem Begriff der Basalen Stimulation steht das Konzept, Menschen mir Wahrnehmungsverlusten so anzuregen, dass diese mit sich und ihrer Umwelt wieder in Kontakt treten.

Das geschieht durch die bewusste, aufmerksame Zuwendung zu diesen Menschen und durch das ausgewählte Angebot unterschiedlicher Kommunikationsformen, die nicht an die Sprache gebunden sind, wie z.B. der Kontaktaufnahme über die Haut. Dabei kann bei jedem Menschen an grundlegende, zum Teil schon vorgeburtlich gemachte Erfahrungen angeknüpft werden, weil die Fähigkeiten zur Wahrnehmung von Reizen sich während der Embryonalphase entwickeln, z.B. den Körper und seine Lage spüren, Bewegung und Rhythmen empfinden, tasten oder hören. Mit unseren Pflegekonzepten versuchen wir mit jedem Bewohner unter Berücksichtigung des geistigen Zustandes Interaktion und Beziehung herzustellen.
Für jeden Menschen braucht es in seiner aktuellen Lebenssituation ein individuell geeignetes Wahrnehmung-, Bewegungs- und Kommunikationsangebot.

Es braucht daher mehrer Konzepte, die ineinander fließen, um die Bewohner dort zu erreichen, wo sie geistig und körperlich gerade stehen.