Vier Personen sitzen an einem Tisch und unterhalten sich.

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04.11.16 / 08:51

Auf Einladung der PfarrCaritas und des Katholischen Bildungswerkes berichtete Mag. Theresa Wailzer, Aktivistin der Wiener Bettellobby, über ihre Erfahrungen und Studien zum Thema Betteln in Österreich. Als ehemals Betroffene stand ihr Frau Nina aus Rumänien zur Seite, sie schaffte in den letzten Jahren den bescheidenen Aufstieg von der Bettlerin zur Straßenzeitungsverkäuferin.

Mag. Wailzer hat sich in ihrer Diplomarbeit ausführlich mit dem Thema beschäftigt und zahlreiche muttersprachliche Interviews mit Betroffenen geführt. Ihre persönlichen Befragungen aber auch viele andere Quellen lieferten keine Hinweise auf die vielfach immer zitierte „Bettelmafia“.

Die Menschen, vorwiegend aus der Slowakei und Rumänien sehen oft keine andere Möglichkeit ihre Familien zu ernähren. Hohe Arbeitslosigkeit und fehlende Sozialleistungen in ihrer Heimat sind der Grund sich als Bettler nach Österreich auf den Weg zu machen. Meistens machen sich Familienverbände oder Leute aus Dorfgemeinschaften gemeinsam auf die Reise.

"Ich habe es für meine Familie und meine Kinder gemacht, aber es ist nicht angenehm", berichtete Frau Nina von ihren Erlebnissen als Bettlerin in Wien.  Jeder möge für sich überlegen, ob und wie er bettelnde Menschen unterstützt, wichtig ist jedenfalls ein wertschätzender Umgang, betonte Frau Wailzer.

Wertvolle Informationen und eine sehr interessante Diskussionsrunde gab es im Pfarsaal St. Stephan, v.l.: Christian Köstler (PfarrCaritas) Frau Nina, Mag. Theresa Wailzer (Bettellobby) Mag. Klaus Farfeleder und Pfarrer Mag. Peter Bösendorfer.