Gegenseitig stärken …

„Einen ‚Gewinn‘ habe ich aus dieser Krise schon sicher: Ich weiß wieder, warum ich hier in der Caritas arbeite. Ich bin stolz auf uns.“ (eine Kollegin)


Solidarisch. Seit 100 Jahren. Auch wenn derzeit das Thema Corona-Virus alles andere überdeckt: Wir sind immer noch im Caritas-Jubiläumsjahr. Niemand in unserem 100-Jahre-Team hätte gedacht, dass unser Motto so plötzlich so klar zum Motto unserer Gesellschaft wird. Alle PolitikerInnen appellieren an die Solidarität, die Maßnahmen zur Krisenbewältigung schreiben sie vor, die geschnürten Hilfspakete für die Wirtschaft setzen sie auf staatlicher Ebene um.

Kaum jemand hätte vor ein paar Wochen gedacht, dass wir als Gesellschaft zu so radikaler Veränderung unserer Lebensgewohnheiten, zu einem solchen Verzicht auf das Ausleben unserer Freiheit bereit und fähig wären. Weder zum Abwenden drohender Klimakatastrophen noch für einen humaneren Umgang mit Menschen auf der Flucht war das bisher denkmöglich; auch nicht, um durch stärkere Geschwindigkeitsbegrenzungen auf den Straßen Menschenleben zu retten. Die Solidarität, die wir gesellschaftlich jetzt leben, ist nicht freiwillig, sondern verordnet. Doch sie wird von sehr vielen aktiv mitgetragen und gestaltet. Die Politik vertraut auf das solidarische Potenzial, und wie sich zeigt, ist es durchaus vorhanden.

Auch beim #Team Nächstenliebe der Caritas melden sich derzeit viele Freiwillige, die helfen wollen. Einfach und leicht ist das alles nicht. Die Belastungen sind wohl vor allem für Familien mit schulpflichtigen Kindern und für Alleinstehende enorm. Für alle, die jetzt ihre wirtschaftliche Sicherheit verlieren. Für alle, die einander bei Schicksalsschlägen nicht in den Arm nehmen können … Es wird noch weiterhin viel Wille zurSolidarität gebraucht werden.

Auch in der Caritas sind alle SEHR gefordert und leisten gerade unheimlich VIEL: die, die im Einsatz in der Hauskrankenpflege sind unter verschärften Bedingungen; die, die von einer Werkstätte in ein Wohnhaus gewechselt sind und sich dort neu einfinden müssen; die, die im Wohnhaus tätig sind, wo wegen der Werkstättenschließung der Tag jetzt ganz anders läuft; die, die gerade lernen, wie beraten per Skype geht; die, die BewohnerInnen erklären müssen, warum keine Angehörigen mehr kommen; die, die das Team Nächstenliebe aus dem Boden stampfen; die, die versuchen, die Nothilfe aufrecht zu erhalten; die, die

sich Sorgen um die Spenden machen; die, die Buchhaltung und Lohnverrechnung im Homeoffice machen, damit auch in Krisenzeiten Rechnungen gezahlt und Gehälter ausbezahlt werden können; die, die als

Führungskraft zwischen Krisenstäben und fragenden MitarbeiterInnen switchen; die, die in ihrem Feld plötzlich gar nichts mehr zu tun haben und anderswo einspringen … und viele, viele mehr.

Jeder und jede trägt dazu bei, dass wir als Caritas auch in diesem besonderen Moment unserer Geschichte unserem Auftrag und unserem Anspruch gerecht werden. Wir sind damit Vorbild und Motor einer solidarischen Gesellschaft. Großartig. Danke!

PS: Die Verbundenheit untereinander können wir stärken, indem wir aneinander denken, füreinander beten, ein Netz der Segenswünsche ausbreiten. Machen Sie mit! Im Intranet unter Kraftquelle und ihrer Rubrik

„Kraft teilen“ finden Sie Anregungen dazu.