20 Jahre ARGE Wohnungssicherung: „Wohnen ist ein Menschenrecht“

Vor 20 Jahren wurde die „Arbeitsgemeinschaft Wohnungssicherung“ von den fünf sozialen Trägern in Niederösterreich BEWOK (BEWOK - Beratungsstelle zur Wohnungssicherung), Verein Wohnen St. Pölten, VBO (Verein Betreuung Orientierung Wiener Neustadt), Caritas der Erzdiözese Wien und Caritas der Diözese St. Pölten gegründet. Ziele sind seither die Absicherung des bestehenden Wohnraums sowie die langfristige Stabilisierung der sozialen Situation von Menschen, die von Wohnungsverlust bedroht sind. Finanziert wird die Wohnungssicherung vom Land Niederösterreich.

„Wohnen ist ein soziales Menschenrecht. Eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist ohne eigene Wohnung nicht vorstellbar. Nicht mehr wohnen zu können, das bedeutet daher fast immer das Ende sozialer Beziehungen und einen Bruch in der Entwicklung persönlicher Identität“, betont Tamara Majnek, Fachbereichsleiterin Caritas Inlandshilfe anlässlich der 20 Jahr Feier der „Arbeitsgemeinschaft Wohnungssicherung“ in den Räumlichkeiten des Roten Kreuzes in St. Pölten, bei der zahlreiche Ehrengäste wie Soziallandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister sowie Viktor Steinkellner von der Fachabteilung GS5 des Landes NÖ, Andrea Zierler vom Sozialministerium und Isabella Stickler von der Gemeinnützige Bau-, Wohn- und Siedlungsgenossenschaft Alpenland begrüßt werden konnten. 

„20 Jahre Wohnungssicherung NÖ stehen für 20 Jahre gelebte Solidarität und konkrete Hilfe für in Not geratene Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher. Wohnen ist mehr als ein Dach über dem Kopf – es bedeutet Sicherheit, Stabilität und ein Zuhause. Die Wohnungssicherung NÖ zeigt eindrucksvoll, was möglich ist, wenn wir hinschauen, rechtzeitig helfen und niemanden zurücklassen. Darauf können wir stolz sein – und diesen erfolgreichen Weg gemeinsam weitergehen,“ so Sozial-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister.

„Trennungen, Jobverlust und gesundheitliche Gründe sind häufig auslösende Faktoren für Wohnungsverlust. Wir unterstützen durch strukturierte und vertrauliche Beratung und sind bemüht Wohnverhältnisse nachhaltig zu stabilisieren“, erklärt Patricia Grünauer, Geschäftsführerin des Vereins Wohnen. In den vergangenen 20 Jahren konnten dank der „Arbeitsgemeinschaft Wohnungssicherung“ 14.000 Wohnungen gesichert und somit ca. 40.000 Menschen vor der Delogierung bewahrt werden. 

„Zielgruppe sind Mieter*innen, die von Wohnungsverlust bedroht sind“, betont Gerhard Wagner von der BEWOK - Beratungsstelle zur Wohnungssicherung. Ziele sind dabei die Absicherung des bestehenden Wohnraums sowie die langfristige Stabilisierung der sozialen Situation der betroffenen Haushalte. 

Frühzeitige Kontaktaufnahme, Vermittlung und Beratung
„Frühzeitige Kontaktaufnahme von den betroffenen Personen selbst, oder über Vermittlung durch andere soziale Einrichtungen und Vermieter*innen sowie durch Zuweisung von Bauträger*innen, Bezirkshauptmannschaft und Gemeinden soll helfen die Ursachen und Gründe für den drohenden Wohnungsverlust zu klären“, so Brigitte Linauer, Geschäftsführerin des Vereins Betreuung Orientierung VBO. Durch sozialarbeiterische Beratung soll Hilfe für die betroffenen Personen durch Vermittlung zwischen den Parteien erfolgen und damit die Wohnung gesichert werden.

„Besonders wichtig ist eine enge Kooperation mit den Gemeinden, Bezirksgerichten, Bezirkshauptmannschaften (Magistrat), Wohnungsgenossenschaften sowie den privaten Vermieter*innen, damit Mietrückstände frühzeitig mitgeteilt und außergerichtliche Regelungen möglichst rasch und Kosten sparend durchgeführt werden können“, weiß Klaus Felgitsch Leiter der Sozialberatung.Nothilfe der Caritas St. Pölten.
Gabriele Kienzl, Leiterin Wohnungssicherung & Sozialberatung NÖ der Caritas Wien betont: „Die Beratung ist kostenlos und erfolgt vertraulich! Sie findet auf drei Ebenen statt: neben der Entwicklung einer aktuellen, persönlichen Lösungsstrategie erfolgt auch rechtliche und finanzielle Beratung. Denn: jeder Mensch muss wohnen!“