Mit einem Fest im Schloss Spitz feierte die Caritas Sozialstation gemeinsam mit über 100 Gästen ihr 40-jähriges Bestehen. Heute begleiten 23 Mitarbeiter*innen jährlich rund 100 Menschen in neun Gemeinden und unterstützen damit auch pflegende Angehörige.
In der vertrauten Umgebung leben können, auch wenn der Alltag ohne Unterstützung nicht mehr zu bewältigen ist: Dafür setzt sich die Caritas Sozialstation Spitz seit 40 Jahren ein. Bei der Jubiläumsfeier im Schloss Spitz standen die Entwicklung der mobilen Pflege und jene Menschen im Mittelpunkt, die dieses Angebot seit Jahrzehnten tragen. Eine Segensfeier mit Diakon Heinrich Schwertl und dem theologischen Referenten Hans Wimmer, als auch die musikalische Begleitung durch die Leiterin der Musikschule Jauerling-Wachau Maria Rupf und Schülerin Emma Koch rundeten die Feier stimmungsvoll ab.
Vom Küchentisch zum mobilen Pflegeteam
Den Grundstein legte die diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin Hildegard Pöchlinger. Sie erkannte den wachsenden Unterstützungsbedarf und begann zunächst alleine, später gemeinsam mit Nachbarschaftshelferinnen, ältere und kranke Menschen zu versorgen. Ihr Zuhause war zugleich Büro und Treffpunkt: Am Küchentisch entstanden Dienstpläne, wurden fachliche Fragen geklärt und die nächsten Einsätze organisiert.
Am 1. Juni 1986 wurde die Caritas Sozialstation Spitz mit anfangs rund zehn Mitarbeiterinnen gegründet. Die Gemeinde Spitz unterstützte die Aufbauarbeit und stellte später auch Büroräumlichkeiten zur Verfügung.
14.000 Einsatzstunden für die Menschen in der Region
„Ich sehe was mein Team tagtäglich leistet und bin wahnsinnig stolz – nicht nur auf das, was sie fachlich meistern, sondern auch mit wieviel Einfühlungsvermögen, Ermutigung, Verständnis und persönlichen Gesprächen sie unseren Kund*innen und ihren Angehörigen jeden Tag ein Stück Lebensqualität schenken. Danke, dass wir gemeinsam für alle da sind, die uns brauchen“, betont Einsatzleiterin Daniela Abinger.
Heute zählt das Team 23 Mitarbeiter*innen. Es betreut jährlich rund 100 Kund*innen in Spitz, Weißenkirchen, Mühldorf, Aggsbach Markt, Maria Laach am Jauerling, Raxendorf, Dürnstein, Emmersdorf und Weiten. Rund 14.000 Einsatzstunden zeigen, wie viel die mobile Pflege in der Region leistet. Dabei umrunden die Mitarbeiter*innen 4 Mal die Welt mit 160.000 zurückgelegten Kilometern pro Jahr.
Die Arbeit hat sich in vier Jahrzehnten stark verändert. Dienstplanung, Zeiterfassung und Pflegedokumentation erfolgen heute digital, unterschiedliche Berufsgruppen bringen ihre Fachkenntnisse ein.
„Was geblieben ist, ist der Anspruch, den Menschen mit seinen persönlichen Bedürfnissen wahrzunehmen und unsere Hilfe darauf abzustimmen. Dank unseres starken Teams in Spitz können wir aktuell neue Kund*innen aufnehmen und freuen uns auf Anfragen. Ich gratuliere ganz herzlich zum runden Jubiläum und wünsche weiterhin viel Erfolg und schöne Begegnungen in den Betreuungen und im Team“, gratuliert Karin Thallauer, Bereichsleiterin für Familie und Pflege.
Zusammenarbeit in der Region
Das Jubiläum war auch Anlass den regionalen Partner*innen zu danken. Denn gute Pflege zu Hause braucht auch eine enge Zusammenarbeit mit Gemeinden, Ärzt*innen, Krankenhäusern, soziale Einrichtungen und Pfarren. Dieses Miteinander trägt die Caritas Sozialstation Spitz seit 40 Jahren.
„Wahre Solidarität zeigt sich dort, wo professionelle Pflege und Menschlichkeit Hand in Hand gehen. Danke an Leiterin Daniela Abinger und ihr Team für ihren unschätzbaren, täglichen Einsatz zum Wohle unserer Bürgerinnen und Bürger“, sagt Bürgermeister der Marktgemeinde Spitz Andreas Nunzer.
Abgeordneter zum NÖ LandtagJosef Edlinger überbrachte Glückwunsche zum Jubiläum von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und betonte die Wichtigkeit der mobilen Pflege und Betreuung für das Land Niederösterreich: „Die mobile Pflege ist eine wichtige Säule in unserem Gesundheitssystem – sie verdient echte Wertschätzung und verlässliche Rahmenbedingungen. Danke an Caritas und an das Pflegeteam Spitz, dass sie Betroffene und ihre Angehörigen nicht alleine lassen und ihren Beruf stets als Berufung sehen. Wir werden weiterhin gemeinsam daran arbeiten, dass Hilfe genau dort ankommt, wo sie an meisten zählt: in den eigenen 4 Wänden der Menschen in der Region.“
Caritas Generalsekretär Christoph Riedl verwies auf seine eigenen familiären Wurzeln in der Wachau und betonte: „Heimat ist mehr ist als ein Ort auf der Landkarte. Heimat ist dort, wo Menschen ihre Wurzeln haben. Wo Erinnerungen lebendig sind, wo man dazugehört und sich geborgen fühlt. Und genau darum geht es auch bei der mobilen Pflege: Menschen dabei zu unterstützen, möglichst lange dort leben zu können, wo sie zu Hause sind.“
