Caritas St. Pölten Menschenkette vor NÖ Landhaus

Caritas St. Pölten Menschenkette vor NÖ Landhaus

Caritasdirektor Ziselsberger fordert: „Lassen wir die Ärmsten der Armen nicht alleine!“

19.11.20 / 09:14

Zum Festtag der Hl. Elisabeth weist die Caritas der Diözese St. Pölten auf die Situation von Menschen in Not hin. In diesem Jahr hebt Caritasdirektor Hannes Ziselsberger besonders die schwierige Situation jener Menschen in Niederösterreich hervor, die zwar hier leben, jedoch keinen Anspruch auf Sozialhilfe haben. 

 Der 19. November ist in der katholischen Kirche der Gedenktag der heiligen Elisabeth von Thüringen. Sie hat in ihrer Zeit Armut unmittelbar erlebt und dagegen angekämpft. „In der Gegenwart übernimmt oft die Caritas diese wichtige Aufgabe“, so Hannes Ziselsberger, Caritasdirektor in der Diözese St. Pölten. „Heute ist die Caritas die ausgestreckte Hand der Kirche für die Armen und Ausgegrenzten der Gegenwart.“ 

 Not, Armut und Ausgrenzung begegnen der Caritas heute in den verschiedensten Bereichen. Da gibt es die Not des Alters, die in Betreuungsbedarf oder Pflegebedarf mündet, wo aber auch einfach Zeit nötig ist, um der Einsamkeit entgegen zu treten. Da gibt es die Not von Menschen mit Beeinträchtigungen, um deren Rechte auf Inklusion und gesellschaftlicher Teilhabe immer wieder neu gerungen werden muss oder die Not von Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Familien in seelischen Nöten oder in Überforderung. 

 „In der Tradition des Wirkens der Hl. Elisabeth muss die Caritas aber auch jene Not sehen, die besonders gefährlich für die betroffenen Menschen ist. Das ist überall dort der Fall, wo staatliche Hilfestrukturen nicht greifen und Menschen tatsächlich ohne soziales Netz abstürzen können.“ so Caritasdirektor Ziselsberger. Gemeinsam mit Klaus Felgitsch von der Caritas Sozialberatung weist er am heutigen Tag auf die besonders schwierige Situation von Menschen hin, die vollkommen legal in Österreich leben, aber keinen Zugang zum letzten Sicherungsnetz der Sozialhilfe haben. Es sind dies Menschen, die auf Grund eines humanitären Bleiberechtes in Österreich leben, aber in Niederösterreich keine Absicherung finden.

 Klaus Felgitsch, Sozialberater der Caritas im Mostviertel erklärt: „Humanitäres Bleiberecht bedeutet, dass Personen weder Asyl noch subsidiären Schutz am Ende des Asylverfahrens bekommen haben, aber bereits so lange in Österreich leben und integriert sind, dass ihnen humanitäres Bleiberecht gewährt wurde. Das heißt konkret, sie bekommen eine Aufenthaltsberechtigung und dürfen auch arbeiten, manchmal jedoch nur mit Bewilligung, haben jedoch keinen Anspruch auf Sozialhilfe. In der Vergangenheit wurde Familien mit so einem Aufenthaltsstatus, wenn sie sich selber nicht durch Arbeit oder Ansprüche aus der Arbeitslosenversicherung erhalten können, Sozialhilfe auf privatwirtschaftlicher Basis gewährt. Mit dem neuen niederösterreichischen Sozialhilfeausführungsgesetz gibt es jedoch diese Möglichkeit nicht mehr, da sie einfach aus dem Gesetz gestrichen wurde. Dies führt zu katastrophalen sozialen Notsituationen in Niederösterreich.“

Die Caritas der Diözese St. Pölten hilft Menschen in Not mit Lebensmittel- und Bekleidungsgutscheinen oder der Übernahme von Strom- bzw. Heizkosten. Diese Unterstützung ist allerdings kein Ersatz für eine soziale Absicherung, wie sie die Sozialhilfe bieten würde. 

Anlässlich des Festtages der heiligen Elisabeth, der Patronin der Caritas, möchten wir als Caritas jährlich eine Notsituation besonders sichtbar machen. In diesem Jahr ist es diese Gruppe von Menschen, deren Zahl sehr gering ist und deren Absicherung vollkommen fehlt. 

Als Caritas sehen wir diese Not und ersuchen eindringlich, hier auch als Gesellschaft verantwortungsvoll zu handeln. Lassen wir auch diese Ärmsten der Armen in Österreich nicht allein. „Strecken wir auch diesen Armen unsere Hand entgegen. Ich appelliere an die Politik, dieses Loch im sozialen Netz wieder zu schließen. Die Caritas kann mit den Spenden der Menschen notdürftig die Löcher im sozialen Netz stopfen, das gesamte soziale Netz müssen wir als Gesellschaft tragfähig für alle knüpfen!“ meint Caritasdirektor Hannes Ziselsberger und bittet um Spenden und Unterstützung im Rahmen der aktuellen Inlandssammlung der Caritas.

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