Caritas hilft Niederösterreicher*innen nach dem Hochwasser

Wie man sich fühlt, wenn das Wasser mehr als einen Meter in der Wohnung steht, „lässt sich mit Worten nicht beschreiben“, erzählt Mario Maier aus Ferschnitz. „Vor einer Woche haben wir die schrecklichen Bilder von Deutschland gesehen, jetzt hat es uns voll erwischt.“ Im Vorjahr hatte er und seine Partnerin Doris Krammer das Haus gekauft, saniert, neu eingerichtet und den Garten mit Teich gestaltet. Jetzt ist alles kaputt. Die Einrichtung zerstört, der Gartenzaum weggerissen, der Teich verwüstet und die wertvollen Zuchtfische weg. Lediglich das Gartenhaus hat der Flut halbwegs standgehalten. Nun wohnen Doris und Mario dort. Im ebenerdigen Haus müssen alle Böden herausgerissen und die Mauern trockengelegt werden.

Was 280 Liter Regen pro m2 in einem Tag anrichten können, hat auch die Familie Preitfellner im Ortsteil Senftenegg auf schreckliche Weise erlebt. Eingeschlossen von zwei kleinen Bächen, die am Sonntag, dem 18. Juli, zu reißenden Sturzfluten angewachsen sind, konnten sich die Familienangehörigen nur mehr ins Obergeschoss retten. Sie mussten stundenlang vom Balkon zusehen, wie ihr Wohn- und Wirtschaftsgebäude vom Wasser völlig eingeschlossen mitten in einem großen See stand. Alle Wohnräume im Untergeschoss sind zerstört. Von der neuen Küche, die erst heuer im Frühjahr montiert worden ist, sind nur mehr die Oberschränke geblieben, alles andere musste, inklusive Türstöcke und Fußböden, entsorgt werden.
Froh sind alle Betroffenen über die große Hilfsbereitschaft der örtlichen Bevölkerung, soweit sie nicht selbst mit Ausräumungsarbeiten im eigenen Haus beschäftigt sind. Denn in Kellern und Garagen hatten viele Gemeindebewohner am Wochenende das Wasser stehen. 

Die Caritas der Diözese St. Pölten unterstützt die Familien, die das Hochwasser auch in den Wohnräumen hatten, mit einer bar ausbezahlten Soforthilfe von 150,- Euro pro Erwachsenen und 100,- Euro pro Kind.  Mitglieder der Pfarrcaritas und der Caritas der Diözese St. Pölten haben gemeinsam mit Pfarrsekretärin Manuela Kritzl die Soforthilfe überbracht. Nach der Schadensaufnahme durch Gemeinden und Land NÖ, sowie der Bearbeitung durch die Versicherung, können die schwer betroffenen Familien um weitere finanzielle Unterstützung bei der Caritas Sozialhilfe ansuchen, betont Christian Köstler, Leiter der Pfarrcaritas in der Diözese St. Pölten.

„Wer schnell hilft, hilft doppelt – dieser Spruch gilt besonders auch bei einer Unwetterkatastrophe. Diese Hilfe ist allerdings nur möglich, weil Menschen die Caritas mit ihren Spenden unterstützen. Wer den betroffenen Familien helfen möchte, kann dies mit einer Spende an die Caritas „Kennwort Hochwasser NÖ“ auf das Konto AT28 3258 5000 0007 6000 tun. Danke allen, die hier zeigen, dass wir in Niederösterreich auf einander schauen“, so Christoph Riedl, Generalsekretär der Caritas in der Diözese St. Pölten.

So hilft die Caritas:
Regionale Katastrophen-Soforthilfe
Aus diesen Mitteln wird Betroffenen schnell und unbürokratisch mit Bargeld geholfen:
Voraussetzung:
Der eigene Wohnraum (Wohn-, Schlaf-, Kinderzimmer, Küche) muss betroffen sein.
Unterstützung:
– jeder im Haushalt lebende Erwachsene bekommt EUR 150,00
– jedes im Haushalt lebende Kind (bis Vollendung der 9. Schulstufe) EUR 100,00

Entfeuchtungsgeräte
Bei geschädigtem Wohnraum besteht die Möglichkeit, über die Caritas kostenlos Entfeuchtungsgeräte auszuborgen. Diese können - je nach Verfügbarkeit - bei der Caritas
St. Pölten abgeholt werden.

Sozialberatung.Nothilfe
Für vom Unwetter besonders betroffene Familien, insbesondere armutsgefährdete Personen, besteht zusätzlich zur Soforthilfe auch die Möglichkeit, Unterstützung durch die Caritas Sozialberatung.Nothilfe zu erhalten.

Alle Kontakte und Infos unter: www.caritas-stpoelten.at/hochwasser

Unwetter Nothilfe

Unwetter Nothilfe

Hochwasserhilfe der Caritas angelaufen
Hilfe für Niederösterreicher*innen nach dem Hochwasser

Die Hochwasserhilfe der Caritas ist bereits voll angelaufen. Das Team der PfarrCaritas in der Diözese St. Pölten war gestern in Ferschnitz im Mostviertel unterwegs und hat erste Soforthilfen an die Betroffenen übergeben.