Keynotes

Keynote I: Laudato si 

Ist die Umweltenzyklika „Laudato Si“ eine Anstiftung zur Rettung der Welt? 

Dr. Marianne Heimbach-Steins

Armut, Ungleichheit und Naturzerstörung gehen weiter, werden vertieft – Lebenschancen zukünftiger Generationen werden gefährdet. Die Enzyklika spricht von einer gemeinsamen, aber unterschiedlichen Verantwortung, die es zu tragen gibt, da Staaten unterschiedlich beitragen zu Ressourcenverbrauch und CO2 Produktion. 

Ernährung und Hunger werden bewusst im Zusammenhang von Armut und Umweltzerstörung betrachtet. Die Enzyklika betrachtet Landnutzung und Tierhaltung aus systemischer und spiritueller Perspektive und betont die Verbundenheit der Bäuerinnen und Bauern zu Land und lebendiger Umwelt. 

Keynote II: SDG's

„Wir leben auf einem „Dritte Welt – Planeten“

Dr. Adil Najam

Solidarität, Gerechtigkeit und ein Leben in Würde sehen anders aus. Adil Najam ist Professor an der School of Global Studies an der University of Boston. Najam betrachtet die Welt als Ganzes, und die befindet sich in einem erbärmlichen Zustand. Den Klimawandel können wir nicht mehr aufhalten, der ist nämlich schon längst da. Klimaschutz ist wichtig, reicht aber nicht. Wir sind bereits im Zeitalter der Adaption, das heißt, wir sollten uns tunlichst gegen die Auswirkungen des Klimawandels rüsten. 

Die Sustainable Development Goals können uns dabei helfen. Als Handlungsanleitung für eine interdisziplinäre und globale Herangehensweise, die erstmals auch die Industrieländer in die Pflicht nimmt. Nur so kann Solidarität, Gerechtigkeit und ein Leben in Würde erzielt werden. Umgesetzt müssten die SDGs auch werden. 

Keynote III: Ernährungssicherheit

Sind Klein- und Kleinstbauern das Rückgrat der Welternährung? Vom mühsamen Leben in sozialer und ökonomischer Unsicherheit

Dr. Michael Hauser

Wenn wir die Null-Hunger-Ziele bis 2030 erreichen wollen, müssen wir unsere Wahrnehmung in Bezug auf die Landwirtschaft ändern, insbesondere in Bezug auf Kleinbauern im globalen Süden. Anstatt die Bauern angesichts des Klimawandels, der Bodenverschlechterung und des Hungers zu Opfern zu machen, müssen wir sie als Verbündete betrachten, wenn es darum geht, die Gerechtigkeit in Bezug auf Lebensmittel und die Entwicklung auf der Grundlage von Rechten innerhalb der Planetengrenzen voranzutreiben. Landwirtschaft kann, wenn sie richtig betrieben wird, die Art und Weise, wie wir Lebensmittel produzieren, austauschen und verwenden, verändern und letztendlich zum Aufbau nachhaltiger Lebensmittelsysteme beitragen. Neben dem politischen Willen sind soziale Innovation, Digitalisierung und Big Data Bestandteile einer solchen Transformation des Lebensmittelsystems. Noch wichtiger ist, dass Entwicklungsprogramme ihre Unterstützung für Kleinbauern in Zukunft überdenken müssen. Zweifellos brauchen wir radikal neue Kooperationsvereinbarungen in der Landwirtschaft, um die Null-Hunger-Ziele zu erreichen - und letztendlich den sozialen Wandel in größerem Maßstab voranzutreiben.

Keynote IV: Bildung und Zukunft

Bildung für alle!? 

Weltweit leben 387 Millionen Kinder in extremer Armut. 124 Millionen Kinder gehen nicht zur Schule. Vor 30 Jahren wurde die UN-Kinderrechtskonvention ins Leben gerufen, welche unter anderem allen Kindern das Recht auf Bildung und das Recht auf Schutz und Sicherheit zugesteht. Obwohl so gut wie alle Staaten der Welt die Kinderrechtskonvention unterzeichnet haben, sind viele Kinder nach wie vor weltweit von wesentlichen Rechten ausgeschlossen. Jedes 4. Kind wächst in Kriegsgebieten auf. Mehr als dreiviertel aller Kinder im Alter von zwei bis vier erleidet häusliche Gewalt. 

Keynote V: Humanitäre Hilfe

Herausforderungen der HUHI in langwierigen und versteckten Krisen!

Dr. Rita Rhayem

Neun von zehn Katastrophen gelten als „Stille Katastrophen“. Langwährende Krisen verlieren je länger sie andauern mediale Aufmerksamkeit und damit Hilfeleistung. Eine von vielen Konsequenzen dessen ist die Tatsache, dass aktuell 70 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht sind. Bleibt das Prinzip “Leave no one behind” vorerst ein frommer Wunsch oder gibt es einen Plan?

Komplexe und lang andauernde Krisen, vermischt mit gewaltsamen Konflikten stellen in der Humanitären Hilfe eine besondere Herausforderung dar. Nicht nur die damit in Zusammenhang stehende schwierige Sicherheitslage behindert den Einsatz im Geiste der Menschlichkeit. Zumeist fehlen vor allem finanzielle Mittel dazu. Mediale Aufmerksamkeit und Interesse bei politischen Entscheidungsträgern sind Voraussetzungen dafür, dass Humanitäre Hilfe geleistet werden kann.

Anhaltende Konflikte und die Suche nach Sicherheit und besseren Lebensbedingungen veranlassen immer mehr Menschen ihre Heimat zu verlassen. Aktuell sind mehr als 70 Millionen Menschen auf der Flucht, die Hälfte von ihnen sind Kinder. Dieses Thema der Flucht und Migration dominiert seit einigen Jahren den politischen und öffentlichen Diskurs in Europa. Dieser Diskurs und die darin entwickelten Strategien verändern die Wahrnehmung und die Erwartungen an die Humanitäre Hilfe und die Entwicklungszusammenarbeit.